Nachrichten und Weltgeschehen

Immer wieder werde ich gefragt ob ich dieses und jenes mitbekommen hätte. Um eins Klar zu stellen. Ich lebe hier nicht auf dem Mond, sondern in der Hauptstadt eines afrikanischen Staates. – Und hier gibt es viele Möglichkeiten um sich über das aktuelle Weltgeschehen auf dem Laufenden zu halten.

Ich muss sagen, dass ich mich hier ganz gut informiert fühle. Ich lese Nachrichten im Internet, in klassischen Printmedien, wie dem deutschen Spiegel-Magazin (welches man offiziell nicht kaufen kann, aber über Unterhändler dennoch angeboten wird), dem englischsprachigen Economist (kann man regulär kaufen) oder schaue mir die Nachrichtensender Euronews (sendet in neun Sprachen, u.A. auf Deutsch), BBC World News und AlJazeera English an.

Ich bin ein großer Fan vom Economist geworden. Es ist eine Wochenzeitung (so bezeichnet sie sich selbst, eigentlich ist es ein wöchentlich erscheinendes Nachrichtenmagazin), welches aber wirklich global berichtet. So finden sich nicht nur “Mainstream” – Nachrichten aus “westlichen Ländern”, sondern unter Anderem auch aus dritte Weltländern: Dort konnte man in der Vergangenheit einiges über die Wahlen in Äthiopien lesen, was ich beispielsweise im Spiegel vermisst habe.

Radio höre ich eigentlich nur der Musik wegen. Die englischsprachigen Nachrichten von Afro FM 105.3 finde ich nicht sehr interssant und auch nicht tiefgründig genug. Über Kurzwelle Deutsche Welle oder BBC World Service zu hören ist mir zu anstrengend, zumal der Empfang nicht wirklich toll ist. Manchmal habe ich in der Küche guten Empfang und höre dann während ich koche Deutsche Welle.

Die Hauptinformationsquellen sind für mich das Internet (tagesschau.de; zeit.de; taz.de; bbc.com/news ) und Nachrichtensendungen im Fernsehen. Wobei ich mir seit kurzem öfter mal AlJazeera English anschaue, weil sie deutlich mehr über Afrika berichten (sie haben laut dem Economist 12 Büros in ganz Afrika – mehr als ihre westlichen Rivalen) als die BBC oder Euronews. Zusätzlich lese ich entweder den Spiegel – oder mittlerweile vorzugsweise – den Economist.

Lokale Zeitungen habe ich anfangs regelmäßig gelesen, jetzt aber so gut wie gar nicht mehr. Kritische Zeitungen gibt es nicht, weil diese von der Regierung verboten wurden und in Zukunft wohl auch noch werden. Der Rest berichtet von Erfolgsmeldungen der äthiopischen Regierung.

(Geld-)wäsche

Heute war mal wieder großer Waschtag: Vor allem durch den starken Regen in den letzten Tagen und der vielen Reisen hatte sich viel angesammelt. Dies habe ich dann heute in einem Kraftakt von mindestens vier Stunden erledigt.

Dabei habe ich in der Brusttasche eines meiner Lieblingshemden drei ein Birr Scheine gefunden. Weil ich das Geld hier dreckig finde habe ich es deswegen separat noch einmal gewaschen.

An dieser Stelle ein paar Worte zu der Währug. Diese heißt hier Birr (gerolltes “r”) und es gibt Scheine im Wert von 1, 5, 10, 50 und 100 Birr. 1 Birr entsprechen fünf Eurocent (eine kurze Minibusstrecke kostet so viel). 100 Birr entsprechen 5 € (hierfür bekommt man in einem guten Restaurant eine Pizza, ein Getränk und evtl. noch eine Nachspeise).

Die ein Birr Scheine sehen oft sehr mitgenommen aus. Viele Menschen, genauso wie ich, stecken Kleingeld in ihre Hosentasche, um auf die Schnelle den Minibus, die Parkgebühren, Kaugummis & Zigaretten (die man hier auch einzeln kaufen kann), etc kaufen zu können – ohne ihr Portemonnaie herausholen zu müssen. Kein Wunder, dass ich diese Scheine beim Waschen immer wieder finde.

Regen … nichts als regen

Seit Tagen regnet es immer wieder. Und das obwohl die eigentliche Regenzeit noch gar nicht begonnen hat. Seitdem verlasse ich das Haus nur noch mit Regenschirm, Regenjacke und Trekkingschuhen. Hier eine Aufnahme von vorhin. Das was ihr seht ist kein Fluss, sondern eine Hauptverkehrsstraße.

Durch die mangelnde Abwasserversorgungsinfrastruktur und verstopfte Kanäle / Gullideckel (Matsch, Müll) kommt es zu sich stauendem Wasser auf den Straßen.

Die Toten Hosen im Radio ^^

Ich Ich höre gerade den einzig englisch-sprachigen Radiosender (Afro FM 105,3) in Addis Abeba (vermutlich auch im ganzen Land , zumindest was UKW angeht) und lade Bilder von meinem letzten Ausflug hoch.

In diesem Moment höre ich “Pushed Again” von den Toten Hosen. Richtig cool ;-)

Musik: Teddy-Afro

Gestern habe ich meine Mitbewohnerin Carolina, die auf Dienstreise im Nachbarland Djibouti war, abgeholt. Der Flug hatte über eine Stunde Verspätung, was die Info-Tafel am Flughafen nicht anzeigte …

Naja, nach dem ich sie empfangen habe, sagte sie mir, dass sie zusammen mit Teddy Afro im Flugzeug saß! (Ich habe ihn zwar auch, aber nur von hinten, gesehen.) Teddy Afro, das ist der nationale POP-Star, vergleichbar mit Tarkan in der Türkei. Weil seine Songs regierungskritisch sind, wurden diese nicht im (staatlichen, es gibt keine privaten) Fernsehen asugestralt und er wurde sogar (viele vermuten gerade deswegen) festgenommen und Mitte August (frühzeitig) wieder in die Freiheit entlassen.

Diese Person, wie ich finde sehr bodenständig, weil er nicht Business Class/ First Class geflogen ist und in Turnschuhen und Jogging-Hose unterwegs war, hat Carolina gesehen. Mit einem der Bandmitglieder hat sie sich sogar noch unterhalten und Handynummern ausgetauscht.

Damit ihr mal einen Eindruck bekommt, wie die Musik hier ist und wie man dazu tanzt (ein wenig kann ich das auch schon^^, macht auf jeden Fall sehr viel Spaß), hier zwei Videos vom bekannten und beliebtem Volkslied (“Lem Lem” (blühe auf, blühe auf)), was er in einer modernen Version veröffentlicht hat.

Übrigens ziehen wir vielleicht demnächst um. Ich habe eine günstigere Wohnung gesehen, die aber wohl genauso groß wie unser Haus sein soll.