Ich find’ dich zum kotzen.

Nach dem Mittagsschlaf fing eines der neuen Kinder an zu weinen. Ich versuchte es zu trösten, es wollte sich aber nicht beruhigen. Da übergab sich das Kind plötzlich und ich bekam die halbe Ladung ab. Hoffentlich findet mich das Kind nicht zum “kotzen” ^^.

Seit heute Ferien?!

Nachdem einige Personen aus dem Kindergarten und der Schule an Grippesymptomen litten und Kontakt zu einer in (Deutschland – nachweislich infizierten) Person kam, beschloss die Lehrerkonferenz gestern die Schule vorsorglich zu schließen (Statement der Schulleiterin). Deshalb beginnen für mich heute schon die Ferien – und nicht erst nächsten Montag.

Hochgestellte Stühle im Gruppenraum der mittleren Gruppe (4-6 Jahre alte Kinder, hier arbeite ich). Denn niemand ist mehr im Kindergarten und in der Schule.

Hochgestellte Stühle im Gruppenraum der mittleren Gruppe (4-5 Jahre alte Kinder, hier arbeite ich): Niemand ist mehr im Kindergarten und in der Schule.

Deswegen fiel gestern leider auch unsere Weihnachtsfeier aus. Für diese hatte ich ein kleines Theater-Stück geschrieben und hatte es auch mit den Kleinen fleißig einstudiert. Die Weihnachstfeier wird deshalb im Januar nachgeholt.

Die medizinische Versorgung ist hier in Addis nicht gerade die beste. Tamiflu (Medikamt zur Behandlung) und die Impfung bekommt man nämlich nur in einem Krankenhaus (keiner weiß wie lange noch). Die äthiopischen Behörden verschweigen Informationen zur neuen Grippe (“Schweinegrippe”) und leugnen wohl deren Existenz. Ich überlege ob ich mich impfen lassen soll. Wenn es hier nicht klappt, mache ich es vielleicht in Kenia, wo ich eventuell schon in zwei Wochen bin (Urlaub und Zwischenseminar).

Aber noch bin ich gesund und es geht mir gut. Ihr braucht euch also keine Sorgen machen. Heute habe ich erst einmal ausgeschlafen und werde gleich mal in die Stadt fahren. Ich könnte eigentlich auch in meines neues Liebglings-Café fahren.

Spruch der Woche #3

Mit meinem Deutschschüler thematisieren wir gerade die Modalverben (sollen, dürfen, müssen, möchten, …). In der letzten Stunde ist etwas total lustiges passiert. In einer Aufgabe gab es verschiedene Bilder und darunter jeweils vier Auswahlmöglichkeiten.

Beispielsweise war auf einem der Bilder ein Cowboy mit einer Pistole in der Hand zu sehen. Im Hintergrund stand ein anderer Cowboy, welcher sich mit ersterem wahrscheinlich duellierern wollte. Ich bat ihn die Sätze vorzulesen:

“Er soll nicht scheißen”

Er hat Probleme mit dem “ie” und dem “ei”. Das verwechselt er immer mal wieder und dann kommen manchmal echt lustige Satzkonstruktionen zu stande ^^.

Spruch der Woche #1

Seit heute bin ich (für eine Woche) bei den ganz Kleinen. Als wir gesfrühstückt hatten und mich unsere Gruppenleiterin den Kindern vorstellte, fragte sie was ich denn hier machte. Darauf antwortete eines der Kinder: “Kekse essen!”

Was macht der Aykan hier? – “Kekse essen!”

Erläuterung: Weil wir (meine Mitbewohner und ich) vergessen hatten Brot zu kaufen und da unser Stammbäcker aufgrund des Meskel-Festes wohl geschlossen hatte, konnte ich mir heute morgen kein Brot schmieren, sondern musste Kekse (mit Erdbeergeschmack) vom Kiosk essen.

Erster Tag im Kindergarten

So, heute war mein erster Tag im Kindergarten der Deutschen Botschaftsschule. Ich fand ihn zwar anstrengend, es hat mir aber unheimlich Spass gemacht. Der Tag fing ziemlich stressig an. Weil ich meine Handy-Uhr nicht vorgestellt hatte, wachte ich gegen 6 Uhr deutscher Zeit auf. Hier war es dann also schon 7 Uhr. (Jetzt sind alle meine Uhren vorgestellt^^)

Eigentlich hatte ich geplant, dass ich rund zwei Stunden haette, mich in Ruhe fertig zu machen (duschen, anziehen und fruehstuecken), aber so hatte ich nur wenige Minuten Zeit. Das Duschwasser war auch nicht wirklich warm, sodass ich mich mit relativ kaltem Wasser waschen musste.

Ohne was gefruehstuckt zu haben, verliess ich dann 20 Minuten vor acht mein Hotel und kaufte mir unterwegs Kekse. Im Kindergarten angekommen, wurde ich – wie immer – freundlich begruesst und stellte mich noch einmal meinen Kollegen_innen vor. Diese waren froh, dass ich fruehzeitig angekommen bin.

In der Vorschulgruppe machte ich mich dann mit den neuen Regeln bekannt (waehrend des Essens darf zum Beispiel nicht gesprochen werden). Die Kinder waren alle nett und schienen mich zu moegen. Gegen Mittag wollten dann alle Kinder mit mir spielen, was natuerlich nicht moeglich war.

Der Umgang mit einem Kind empfand ich als schwierig, weil er immer Aufmerksamkeit benoetigte und ansonsten stoerte. Ein anderer Junge fragte mich gefuehlte tausend Mal nach meinem Namen, weil er sich diesen einfach nicht merken konnte.

Als ich dann um 16 Uhr Feierabend hatte, war ich froh, dass ich es geschafft hatte. Denn es ist schon anstrengend, den Laerm der Kinder auszuhalten und immer alle bei Laune zu halten. Es hat mir aber auch Spass gemacht und ich musste schmunzeln als mir ein Kind erzaehlte, dass er mich zu seinem Geburtstag einladen moechte und seinen Hund, denn er zu diesem Anlass bekommt, Aykan nennen moechte. – Was fuer eine Ehre :-)

Ausserdem hat es heute zum ersten Mal geregnet. Wir sind ja eigentlich noch in der Regenzeit, aber seit ich hier bin, habe ich keinen richtigen Regen erlebt. Okay, heute hat es auch noch nicht geschuettet, ich bin aber ein wenig nass geworden. Ausserdem ist meine Haut geroetet, weil die Sonne hier so intensiv ist. Meine Nase ich auch schon rot, und ich habe einen kleinen Sonnenbrand.

Ansonsten geht es mir gut.