Harar

Von Samstag morgen bis Montag abend waren meine Arbeitskolleginnen und  ich in der muslimisch geprägten Stadt Harar, im Osten des Landes. Enge, verwinkelte Gassen prägen das Stadtbild.Äthiopische Muslime betrachten sie als viert-heiligste Stadt (nach Mekka, Medina und Jerusalem). Zudem sagt man, dass es die Stadt der 90 Moscheen sein soll (wovon viele davon nur kleine Gebetsplätze sind).

Die Reise begann Samstag am frühen morgen. Der Tag fing gleich stressig an. Erst wollte ich nicht so recht aufstehen, weil ich noch sehr müde war. DannFokker 50 bekam ich einen Anruf, dass der Taxifahrer, der uns zum Flughafen bringen sollte, Probleme habe das Auto zu starten. Letzendlich hat es dann doch geklappt (zum Glück!). Kurze Zeit später saßen wir dann in einem kleinen Flugzeug mit insgesamt 52 Sitzplätzen. Es handelte sich um eine Fokker 50, mit einem richtigen Propeller, was mal was anderes war und unheimlich aufregend war (Turbulenzen gab es – wider erwarten – kaum).

Wir landeten in Dire Dawa, der zweitgrößten Stadt Äthiopiens. Von dort wurden wir in einem kleinen Mininbus nach Harar gefahren. Nach einer Stunde fahrt sind wir angekommen. Unser Hotel war ganz angenehm und soll wohl das beste Hotel der Stadt gewesen sein. Die Übernachtung in einer großen Suite mit zwei king-size Betten kostete umgerechnet 15 €.

Gleich nach der Ankunft erkundeten wir die Stadt. Das Wetter war kalt und es regnete immer wieder. Ich habe mir sagen lassen, dass es dort eigentlich hätte wärmer sein sollen, zumal es einige hundert Meter tiefer als Addis Harar soll die Stadt der 90 Moscheen sein.Abeba ist. Das besondere an der Altstadt ist die Stadtmauer. Zugang erhält man über die sechs Stadttore, wovon man mindestens eine mit Autos bzw. kleinen Tuk-Tuks befahren kann.

Die Atmosphäre ist eine ganz andere. Man geht durch enge verwinkelte Gassen, kann teilweise in die Vorhöfe hineinschauen, hört den Ruf des Muezzins und alles kam mir ein kleines bisschen familiärer vor. Mit der drei Millionen Einwohner Stadt Addis kaum zu vergleichen. Alles kann man auch gut zu Fuß erkunden und statt Autos findet man viele drei-reifige Tuk-Tuks vor.

Abends haben wir den “Hyänen Mann” besucht. Es gibt zwei Hyänen Männer in der Stadt, welche mit bloßer Hand gezähmte, aber wilde, Hyänen füttert. Der Hyänen Mann füttert Hyäenen mit der bloßen Hand!Wenn man mutig war, durfte man diese auch selbst füttern. Ich habe dies nicht getan.

Am letzten Tag verließen wir Harar und fuhren einige Kilometer weiter in den Westen, an die Grenze zu Somalia. Dort besuchten wir das “Babile Elephant Sanctuary” und wollten dort echte Elefanten sehen. Also standen wir früh morgens auf, und starteten unsere Reise um 6 Uhr. Leider hatten wir ein wenig pech und bekamen keinen lebenden Elefanten zu gesicht, dafür aber ein totes Tier. Dieses wurde wohl von einem der Bewohner, welche im Naturschutzgebiet leben, getötet. Die Umstände sind noch nicht klar, der Jäger hat aber wohl eine hohe Strafe (Gefängnis) zu erwarten, weil es nur noch knapp 90 Exemplare gibt und diese deswegen unter Artenschutz stehen.

Stackbucks Coffee House

Kamele auf dem Weg zu den Elefanten

Stattdessen sahen wir einen kleinen Kudu [sieht ein bisschen aus wie ein Zebra, allerdings hat es weniger Streifen, zudem ist es braun - nicht schwarz und gehört zu der Gattung der Antilopen.], eine Schildkröte, zahlreiche Mistkäfer, diverse Riesen-Ameisen (hier nennt man sie “Gundans”) und schön zwitschernde Vögel. Unterwegs sahen wir auch dutzende Kamele, welche wohl zum Kamel-Markt in Babile gebracht wurden.

Noch mehr Bilder wie immer in der Fotogallerie.

Tagesausflug: Lake Wenchi

Letzten Samstag waren Carolina, Arbeitskollegen von ihr und ich am Kratersee Lake Wenchi. Das ganze war mehr oder weniger eine spontane Aktion, weshalb wir vieles einfach unterwegs oder vor Ort organisiert haben.Weitansicht

Lake Wenchi ist rund 135 km von Addis Abeba entfernt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man in etwa drei Stunden unterwegs. Dort angekommen merkt man, dass man relativ hoch ist (3,386 m), weil die Luft so dünn ist und man viel schneller aus der Puste ist (2400 m sind wir von Addis ja schon gewohnt.).

Gegen Mittag sind wir dort angekommen und ich war von der Landschaft beeindruckt. Dieser Ort strahlt eine ungewohnte aber sehr angenehme Ruhe aus. Es waren kaum Touristen dort und man konnte den See mit seiner tollen Umgebung genießen.Mit solchen Booten bewegt man sich fort.

Erstaunt war ich anfangs, als ich im Ticket Office las, dass es ein Öko-Tourismus Projekt sei und von der GTZ (der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) mit aufgebaut / unterstützt wurde. Dort konnte man dann ganze Touren buchen, inklusive Bootsfahrt, Guide (wahlweise bewaffnet, ein Schuss 80 ETB = ca. 4 €) und Pferden!

Da ich noch nie wirklich geritten bin (saß als Kind lediglich einmal auf einem Pony), war ich wirklich aufgeregt und hatte Respekt vor dem Pferd (wobei die Pferde dort nicht so Caro und ich auf Pferden.groß wie die in Deutschland sind). Auf dem Rücken des Pferdes, anfangs noch vom Besitzer begleitet, schaute ich mich um und war von der Landschaft einfach nur beeindruckt.

Weil Bilder mehr als tausend Worte sagen: Hier geht es zur Fotogallerie.

Auf dem Rückweg bin ich dann vom Pferd gefallen. Es gibt auch keine richtigen Sattel, und der eine Bügel war kleiner als der andere Steigbügel, weshalb ich mich nicht richtig sicher fühlte. Außerdem gab der Besitzer dem Pferd ein Zeichen, dass es galoppieren sollte. Weil ich nicht darauf vorbereitet war und mich nicht richtig festgehalten hatte, stützte ich herunter und nahm den Sattel mit.

Das ist Öko-Tourismus ^^Der Weg war steinig, weshalb ich eine etwa vier Zentimeter große Schürfwunde am Arm hatte. Es tat zwar weh, aber ich finde dass es ein richtig schöner Ausflug war. Todmüde fuhren wir wieder zurück. Mit dem Busfahrer hatten wir uns geeinigt, dass wenn gar niemand zurück nach Addis fahren wollte, wir die Differenz zahlen würden.

Odyssee am Busbahnhof “Terra”

Der Minibus wurde aber schnell voll und es ging los. Unterwegs versuchte ich zu schlafen, was aber nicht wirklich klappte. Irgendwann (tatsächlich sollten es zwei Stunden sein) kamen wir dann an der Busstation “Terra”, in der Nähe vom Mercato an. Wir gingen davon aus, dass jeder von uns den regulären Preis zahlen sollte. Der Busfahrer wollte aber, dass wir doppelt so viel bezahlen, weil wohl kaum Personen eingestiegen wären.

In Ambo hatte er uns noch gesagt, dass er am Abend unbedingt nach Addis Abeba fahren möchte. Vielleicht wäre er ohnehin diese Strecke gefahren. Carolina und eine Freundin von ihr diskutierten mit dem Fahrer und dem Geldeinsammler. Er schloss uns von innen ein und verlangte plötzlich noch einmal mehr, weil wir schon so lange ständen. Wir verlangten, dass wir zur Polizei fahren und die Sache dort klären. Allerdings war der Fahrer damit nicht einverstanden.

So standen wir bestimmt zehn Minuten und es scharrten sich immer mehr Passanten um den Minibus. Einer öffnete von außen das Fenster, in diesem Moment dachte ich mir nichts dabei. Ich fragte ihn ob er denn einen police officer holen könnte, weil wir hier etwas zu klären hätten. Er starrte mich an und tat gar nichts. Es half auch nicht andere Menschen anzusprechen.

Und mein Handy ist weg

Da setzte ich mich einen Sitzplatz weiter, sodass ich in Ruhe telefonieren konnte. Weil ich die Nummer der Polizei nicht wusste, wählte ich die Notfallnummer der deutschen Botschaft. Plötzlich riss mir einer mein Handy aus der Hand (wohlgemerkt: ich saß im Minibus und der Platz direkt am Fenster war frei) und ist weggerannt. Meine Tasche gab ich Carolina, welche immer noch mit dem Fahrer diskutierte, und stieg aus dem Fenster um dem Dieb hinterherzurennen.

Einige hundert Meter weiter sah ich einen Schatten. – Nun wusste ich, mein Handy ist weg. Eine Kellnerin von einem Nahe gelegenen Café kam auch mich zu und sagte mir, dass es als Ausländer hier nachts sehr gefährlich sei (es war vielleicht zwischen 21 und 22 Uhr). Sie nahm mich am Arm und brachte mich vor den Eingang des Cafés. Ich erzählte ihr, dass wir einen Polizisten bräuchten, weil uns der Busfahrer nicht herauslassen möchte und wir uns verarscht fühlten.

Ein in zivil gekleideter Mann bot seine Hilfe an und sagte er sei Polizist. Also ging ich wieder die 50 m zurück und sah, dass Carolina und die Freundin vor dem Minibus standen. Weil ich immer noch so müde war, konnte ich gar nicht recht realisieren was passiert war. Ich wollte einfach nur nach Hause und ins Bett.

Die beiden wollten mit einem Minibus fahren, ich wollte eigentlich ein Taxi nehmen. Als wir auf die Uhr sahen, wussten wir, dass keine Minubusse mehr fahren. Nachdem wir ein kleines Stückchen gelaufen waren, kam ein bewaffneter (Maschinengewehr) Polizist (was hier gar nicht mal so unüblich ist!) der uns fragte was denn passiert sei.

Wir erzählten die Geschichte mit dem Minibusfahrer und mit meinem Handy, welches geklaut wurde. Er hatte wohl verstanden, dass wir den Fahrer bezichtigen, dass er mein Handy geklaut hat. – Was ja nicht stimmte. Immer wieder kamen Passanten und mischten sich ein. Einer bot an, dass er übersetzten könnte und brachte seine eigene Meinung wohl immer ein.

Also standen wir hier auch noch einmal zehn Minuten und mussten erklären, dass der Fahrer keine Schuld hat, die Auseinandersetzung mit ihm für uns gegessen ist und das mit meinem Handy erst einmal egal ist. Zudem sagten wir immer wieder, dass wir wirklich müde sind und nach Hause möchten. Kurze Zeit später kam dann der “Chefpolizist” (drei Sterne an den Schultern), dem wir auch noch einmal alles erzählen mussten.

Er wollte wohl den Fahrer mit auf die Wache nehmen lassen, wir erklärten vehement, dass er unschuldig sei und wir endlich nach Hause möchten. Nachdem der Oberpolizist seine Personalien aufgenommen hatte, wurde der Minibusfahrer beauftragt uns nach Hause zu fahren. Wir ließen ihn 100 m weiter fahren und stiegen dann in ein Taxi ein.

Zu Hause angekommen realisierte ich endlich, dass mein Handy weg ist. Ich war also von nun an nicht mehr erreichbar. Außerdem waren meine spontanen Biltzeinfälle, Notizen, Nachrichten, meine ganzen Kontakte und meine spontanen Bilder weg. Das ärgert mich immer noch am meisten. Meine neue SIM-Karte (mit der alten Nummer) bekomme ich hoffentlich am Montag.

Merke: Mercato ist ein gefährlicher Ort. Beim ersten Mal wollte man mir mein Handy aus der Hosentasche klauen, was ich allerdings bemerkt hatte. Beim zweiten Mal hatten sie es geschafft.

12 Tage Kenia

Vom 29.12.09 bis zum 9.1.10 waren meine Mitbewohnerin Carolina und ich in Kenia (Den Flug hatten wir einen Tag vorher gebucht ;-) ). Zuerst haben wir an der Küste, in Mombasa, Urlaub gemacht, verbrachten einige Tage in Nairobi und nahmen danach am Zwischenseminar, welches verpflichtend für unser Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist, teil.

Erster Eindruck

Als wir gelandet sind, konnten wir gar nicht richtig glauben, dass wir noch in Afrika sind (“Wir waren regelrecht geflasht” – das trifft es wohl besser ^^). Der Flughafen ist relativ groß, die Straßen sind sehr gut ausgebaut, es gibt überall Geldautomaten, Wolkenkratzer wohin man schaut, drei (!!!, in Äthiopien gibt es nur einen staatlichen Anbieter) Mobilfunkanbieter, überdimensionierte Werbeplakate, Fast-Food Ketten …. zusammen mit dem Linksverkehr, kam ich mir fast wie in London vor.

IMG_7411Weil wir noch kein Gefühl für die Währung (Kenianischer Schilling) hatten, tippte ich alles fleißig in meinen Handy-Währungsumrechner und war – wieder einmal – geschockt, wie teuer es doch ist. Weil wir keine Ahnung hatten wie man vom Flughafen ins City Center zu unserem Hostel kommt, nahmen wir ein Taxi. Für dieses haben wir umgerechnet 20 € bezahlt! – Für arme Freiwillige wie uns ein teures Vergnügen.  In der Stadt sollten wir dann leider auch nicht weniger bezhahlen.

Getränke (die fast alle von amerikanischen/europäischen Konzernen, wie Coca-Cola, Pepsi oder Schweppes, stammen) sind auch vergleichsweise teuer. Zudem konnte ich nur ein einziges Mal Mineralwasser trinken (auch noch völlig überteuert.)

Nairobi und Mombasa (hierzu gleich mehr) sind sehr touristisch geprägt. Ich habe selten im Ausland so viele Deutsche_innen getroffen.

Silvester am Strand in Mombasa

Nach dem ersten Tag in Nairobi, sind wir am nächsten Tag in den Bus gestiegen und haben uns Richtung Ostküste an den Indischen Ozean bewegt. Nach ungefähr elf Stunden fahrt sind wir dann endlich angekommen. Das Wetter war richtig heiß. Es war sogar noch heißer als in Nairobi. – Vielleicht so 30 °C (in Addis hatten wir im Dezember wohl im Schnitt 20 °C).

Leider waren wir nicht die einzigen, die Silvester und Neujahr am Strand verbringen wollten, deswegen waren die Straßen leider etwas sehr voll. Wir haben dann noch einmal eine Ewigkeit gebraucht um von der Busstation zur Lodge zu kommen. Als wir dann in der Dunkelheit endlich angekommen sind, freute ich mich richtig. Es roch nach Salzmeer, es war angenehm warm und alles war einfach super.

Am nächsten Tag waren wir den ganzen Tag am tollen weißen Sandstrand, lagen unter Kokosnusspalmen (ich liebe Kokosnüsse…) und schwammen im türkisfarbenen Meer. Das einzige was gestört hat, war das Seegras.

Mombasa ist zweigeteilt, zum einen in die Insel und in das Festland. Beide Teile werden durch Fähren zusammengebracht. An einem Tag haben wir uns die Altstadt angeschaut. Die Stadt haben Portugiesen, als sie auf dem Weg waren Indien auf dem Seeweg zu finden, errichtet, später kamen die Osmanen und dann / oder vorher die Briten.

Zurück in Nairobi

In der Hauptstadt Kenias haben wir mitten im City Center übernachtet. Wie es sich für eine Großstadt gehört, arbeitet man im Stadtzentrum, wohnt aber außerhalb. Hier sind wir auch mal Abends und Nachts zu Fuß langgegangen, obwohl man das auf gar keinen Fall machen sollte. – Das riet zumindest das Auswärtige Amt und mein Reiseführer. Naja so gefährlich war es ja dann doch nicht. – Trotzdem ist man schon vorsichtig und veruscht aufzupassen.

IMG_7368Auf den zweiten Blick ist Nairobi aber auch nicht sehr viel anders als Addis Abeba. Dort gibt es Probleme mit der Wasserversorgung (in den günstigen Hotels hatten wir kaum Wasser, am Seminarort [hatte man Wassertanks und] sollte nur max. 5 min am Tag duschen und auf den Wasserverbrauch achten) außerdem gab es dort ebenfalls Stromausfälle und Bettlerinnen und Bettler gab es dort auch. Diese sind aber komischerweise am Tag kaum bis gar nicht sichtbar, dafür dann aber nachts.

So gesehen ist nur der äußere Anblick Nairobis anders als hier in Addis. Die anderen Städte sollen aber ganz anders als die beiden größten Städte Nairobi und Mombasa sein. (Addis ist auch sehr anders und im Landesschnitt teuer.) Hinter der Fassade gibt es aber dieselben Probleme wie beispielsweise Korruption und Armut, um nur zwei zu nennen.

IMG_7429Es war aber eine schöne Zeit und interessant zu sehen, dass Afrika nicht gleich Afrika ist. Ich habe beschlossen in den Sommerferien eine kleine Ostafrika-Tour zu machen. Dabei möchte ich gerne Kenia, Tansania, Uganda und Ruanda sehen.

Noch mehr Fotos findest du hier in der Fotogallerie

In Kenia

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Ich weiss nicht ob ihr es schon mitbekommen habt, aber ich bin seit Dienstag in Kenia. Es ist hier sehr viel anders als in Äthiopien, aber irgendwie auch aufregend anders.

Im Moment habe ich nicht so viel Zeit zu schreiben, weil ich ja im Urlaub bin :-) und gleich mit Carolina ins Kino wollte. Ich lebe noch, wurde nicht erschossen und/oder ausgeraubt.

Fuer schnelle Infos checkt einfach meinen twitter- Feed. Liebe Gruesse Aykan. Zu Hause schreibe ich ausfuehlrlich was ich erlebt habe. Fliege am Freitag oder Samstag wieder zurueck.

Back in Addis

Drei Worte zu meinem Urlaub in Bahir Dar: Einfach nur schön! Gestern Abend sind wir in Addis Ababa gelandet. Bahir Dar war traumhaft. Es ist klein, idyllisch, sehr grün, sehr warm, schön, hat noch mehr Natur zu bieten (ich habe eine Schlange gesehen – okay die gibts hier auch-, zwei Affen, noch viel mehr Vögel, theoretisch hätte man Nilpferde sehen sollen), ist meiner Meinung nach gepflegter (es gibt Bürgersteige und gut asphaltierte Straßen) und gefällt mir einfach.

Das war unser Hotel (Ethio-Star Hotel)

Das war unser Hotel (Ethio-Star Hotel)

Zudem ist es weniger international. Ich denke, dass dort weniger Europäer gibt (gut, an den Hauptsehenswürdigkeiten ist es vielleicht anders, aber in der Stadt selbst nicht unbedingt) und dass es einfach äthiopischer als Addis ist. Dafür gibt es dann wohl auch keinen Supermarkt bei dem man Schokolade aus der Schweiz und Milch aus Deutschland kaufen kann.

Sonnenuntergang am Tana See

Sonnenuntergang am Tana See

Ein wenig Angst hatte ich vor Malaria und den Moskitos, von denen einige die Malaria Erreger in sich tragen und Menschen anstecken. Deswegen habe ich mich immer total eingesprüht, immer längere Sachen (Socken hochziehen, lange Hose, langärmige Hemden) getragen und unter einem Moskitonetz geschlafen. Ich wurde wohl auch kein einziges Mal gestochen. Nur heute kurz nach dem Aufstehen, habe ich eine Mücke gehört. Ich hoffe mal nicht, dass ich sie aus Bahir Dar mitgebracht habe und mich hier habe stechen lassen (in Addis besteht aufgrund der Höhe keine Malaria Gefahr).

Die blauen Nilwasserfälle

Gleich am ersten Tag (Montag) haben wir uns die Nilwasserfälle angeschaut. Dazu sind sind wir morgens in einen Bus gestiegen – alleine das war schon ein Erlebnis. Der Reihe nach kommen diverse Bettler, sagen was auf amharisch und gehen durch die Reihen und sammeln Geld ein.

Ich war total erschrocken, als ein Mann den Bus betrat und auf einmal seine Hose auszog! Seine Hoden waren total angeschwollen und vermutlich brauchte er eine Operation. So ist er mit heruntergezogener Hose durch den Bus gezogen und hat Geld dafür bekommen. Zum Schluss wurden dann einzelne Leute von einem Priester mit seinem Kreuz gesegnet.

Atemberaubend

Atemberaubend

Das bin ich

Das bin ich

Das ist Afrika

So viel Natur gibt's nur in Afrika.

Die Busfahrt an sich war, zwar weniger angenehm, weil die Straße nicht befestigt war, es nach Schweiß roch und es zu eng war, aber ich fand es schön, dass ich mal das Land, außerhalb der Großstadt sehen konnte. Ich hatte mir ganz Äthiopien eigentlich so grau und eintönig wie Addis vorgestellt, dem ist wohl aber überhaupt nicht so. Man konnte einfache Leute sehen, die in Blechhütten leben, ihre Felder bestellen und Kinder die auf Misthaufen spielen.

Da habe ich festgestellt, wie wenig ich mein Gastland eigentlich kenne. Aber ich bin ja auch noch bis Ende August nächsten Jahres hier und habe unter Anderem während der Sommerferien lange die Möglichkeit alles zu erkunden.

Die anschließende Wanderung zu den Wasserfällen war auch sehr schön. Unterwegs habe ich sogar einen Affen in freier Wildbahn gesehen! Die Aussicht war unbeschreiblich. – Weil Bilder mehr als tausend Worte sagen ist hier eine kleine Bildergallerie:

Inselklöster

Am nächsten Tag sind wir mit einem Motorboot zu insgesamt drei Inseln gefahren. Diese waren auch sehr schön und beeindruckend. Teilweise kam man sich so wie im Urwald vor. Auf diesen Inseln sind wir dann auch noch einmal ein wenig gewandert und haben uns die einzelnen Klöster angeschaut. Das erste war mit bunten Bildern aus der Bibel bemalt. Die zweite Insel durften nur Männer betreten (warum auch immer). Leider wurde das Kloster hier renoviert und man konnte sie deshalb nicht betreten.

Mit dem rechten Boot sind wir von Insel zu Insel gefahren

Mit dem rechten Boot sind wir von Insel zu Insel gefahren

Die Tier- und Pflanzenwelt auf den Inseln war der Hammer: Ich habe Bananen-Stauden, Avocado-Palmen und Kaffee-Sträucher gesehen. In ganz Äthiopien gibt es viele tolle bunte Vögel: Pelikane, blau-violette, ganz große und kleine Vögel. – Nicht so einfarbig wie die deutschen Vögel. Ach ja, es gibt übrigens auch Tauben.

Schöne Wandmalereien

Schöne Wandmalereien

Biblische Geschichten: Arche Noah

Biblische Geschichten: Arche Noah

Am Nachmittag haben wir das Tana-Hotel für uns entdeckt. Dies ist ein staatliches Hotel, was mit dem Hilton vergleichbar ist (nur halt nicht international). Das Essen ist hier – übrigens wie in der ganzen Stadt – spottbillig. Noch billiger als in Addis. Wir haben dort oft zu Mittag gegessen und haben für eine Vorspeise (wahlweise: Suppe / Salat), Hauptspeise (Fisch / Nudeln), Nachtisch (Orange / Banane) und Kaffee oder Tee nur 40 Birr (2,20 €) bezahlt. Dazu die tolle Aussicht direkt am Tana See und die Vogel-Geräusch-Kulisse.

Ich habe wohl noch nie in meinem Leben so viele frische Säfte (vor Allem Ananas-Saft) getrunken und so viel Fisch gegessen. Am Donnerstag hatte ich sogar fangfrischen Fisch auf dem Teller. Total lecker!

Fahrradtour und Regierungspalast

Am Mittwoch haben wir uns Fahrräder ausgeliehen (die dort sehr verbreitet sind: man kommt sich fast wie in (Bünde) Holland oder Münster vor) und wollten zum Regierungspalast vom letzten Kaiser Haile Selasse fahren. Allerdings hatten wir uns erst verfahren (ist das wohl ausgeschildert? -natürlich nicht). Nach einiger Zeit habe wir es dann doch gefunden. Wir sind durch Tef-Felder (Getreide welches hier sehr verbreitet ist und man für die Nationalspeise Injera braucht) gefahren, haben die Natur genossen und haben so das Land erkundet.

Unterwegs

Unterwegs mit dem Fahrrad

Nach gefühlten tausend Stunden (wir brauchten bestimmt 2-3 Stunden für den Hinweg) sind wir dann endlich angekommen. Leider konnte man den Palast nicht besichtigen, weil dieser für den Urlaub des Premierminister vorbehalten ist. – Das sagte uns der Wärter mit einer Kalaschnikov in der Hand. – Auch total normal für Äthiopien.

Ein Junge sagte, dass man hinter dem Palast Hippos, also Nilpferde sehen könnte. Diese wollten wir natürlich unbedingt sehen und haben uns ins Gras gesetzt und gewartet. Aber leider haben wir in den vier Tagen keinen einzigen gesehen. – Schade.

Am Abend waren wir dann in einem abgefahrenen Café an der Nilnbrücke. Dort konnte man seinen Kaffee in einem Baumhaus trinken, oder in einem kleinen Häuschen auf dem Nil. Dort hätte man wohl auch Nilpferde beim Grasen sehen sollen. – Wir hatten aber wohl einfach ein wenig Pech.

Wackelig aber von hier aus hat man einen guten Blick auf den Nil

Wackelig aber von hier aus hat man einen guten Blick auf den Nil

Chillen und sonnen

Weil es in Bahir Dar so warm ist, habe ich am ersten Tag einen kleinen Sonnenbrand auf der Nase bekommen. Die Sonne mussten wir natürlich nutzen und wollten eigentlich im Schwimmbad eines Hotel schwimmen, aber keines der Hotels hatte Wasser in ihren Swimming-Pools. So sind wir wieder zum Tana Hotel gegangen und haben dort Säfte, Kaffee mit Milch (mein Getränk müsste sich eigentlich “Milch mit ein wenig Espresso” nennen) und Wasser getrunken. Außerdem haben wir gespielt, gelesen und faul auf unserer Haut gelegen.

Am Tana Hotel mit direktem Blick auf den gröten See Äthiopiens

Am Tana Hotel mit direktem Blick auf den gröten See Äthiopiens

Der Urlaub war richtig erholsam und hat mir gut gefallen. Aber ab Montag geht es wieder mit der Arbeit los und gleich muss ich mal mit Jonathan telefonieren ob er die Aufgaben alle erledigt hat. Ansonsten heißt es: Unterricht vorbereiten ;-) .

Ich hoffe, dass ihr auch grad ne schöne Zeit hattet oder habt. Nehmt euch sonst einfach wie ich ein paar Tage frei, schnappt eure Freunde und/oder Arbeitskollegen und fahrt weg.

Lesen unterm Haum

Lesen unterm Baum

Noch mehr Fotos gibt es hier in der Fotogallerie, oder direkt in der Flash-Slideshow:

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